Interview mit Lena Scheve, Hundezüchterin

Lena Scheve lebt zusammen mit Ihrem Mann und Kind und 7 Hunden in der Nähe von Düsseldorf. Seit Jahren züchtet sie weiße Schäferhunde.

Sie hat uns ein paar Fragen aus ihrem täglichen Zusammenleben mit Ihren Vierbeinern beantwortet.


Frau Scheve, Sie sind Hundezüchterin, Hundetrainerin, betreiben zudem noch ausgiebig verschiedene Hundesportarten. Ihre Hunde haben sehr viele Preise gewonnen. Wie sind Sie so hundeverrückt geworden?

Ich bin mit Hunden aufgewachsen. Meine Eltern hatten immer Hunde, das hat sich dann einfach bei mir so fortgesetzt. Als ich damals von zu Hause ausgezogen bin, ohne Hund, habe ich schnell festgestellt: das geht nicht! Also habe ich einen ersten eigenen Hund bekommen. Mit dem bin ich dann in die Hundeschule gegangen und irgendwie wurden es dann immer mehr Hunde.

Hunde begleiten Ihr Leben schon sehr lange. Was beobachten Sie, was sich in den Jahre so verändert hat im Umgang mit den Hunden?

Man kann sehen, wie ganz allgemein das Angebot rund um das Thema Hund immer mehr wird. Das betrifft nicht nur die Ernährung. Gerade auch das Thema Freizeitgestaltung mit Hund. Früher gab es im Grunde nur Hundevereine. Heute gibt es zig verschiedene Hundesportarten, Trainingsmethoden, Ausbildungsmöglichkeiten. Auch für den Amateurbereich

Wie sind Sie zum Züchten gekommen und seit wann machen Sie das?

Durch meinen Mann! Er züchtet mittlerweile seit 17 Jahren. Wir haben uns über die Hunde kennengelernt, er hat Hunde mitgebracht und ich auch. So sind es heute so viele (lacht).  Wir haben nun schon den O-Wurf und die Linien Of Skah Dakota ist nun schon auch ziemlich bekannt.

Was ist Ihnen bei der Hundezucht wichtig?

Wichtig ist uns beiden, dass man eine Idee, ein Bild hat, was man mit der Zucht erreichen möchte. Da gibt es verschiedene Aspekte: die Gesundheit ist sehr wichtig. Wie die Hunde charakterlich ausgeprägt sein sollen und welche äußerlichen Merkmale vorhanden sein sollen. Also wie der Hund aussehen soll.

Wir überlegen sehr gut, wen wir miteinander verpaaren. Wir schauen uns immer genau an, welcher Rüde welche Hündin gut ergänzt und suchen gezielt danach.

Einfach irgendwelche Hunde zu verpaaren, nur um Welpen zu haben, ist verantwortungslos.

Wichtig ist, dass man beim Züchten einen Plan hat, was man tut. Diesen Plan kann man dann auch mit den Jahren beobachten. Man sieht dann in der Linie eine Entwicklung – zumindest innerhalb eines Zwingers. Dann festigen sich bestimmte Merkmale, die man sich vorgenommen hat.

Solche Merkmale können unter anderem sein: ein gewisses Temperament, keine Nervosität, wenig Zurückhaltung, eine gewisse Arbeitsmotivation.

Macht man nur planlos irgendwas mal so, mal so, können sich solche Merkmale nicht festigen. Das ist dann nicht züchten.

Sind so viele Welpen nicht auch sehr anstrengend?

Oh ja, das sind sie! Man hat nicht mal eben so ein paar süße Welpen zu Hause. Bei einem Wurf braucht man schon den ganzen Jahresurlaub auf. Da ist man rund um die Uhr gefragt.  Zumindest bei den seriösen Züchtern ist das so.

Ihre Hunde sind sehr erfolgreich. Welche Preise haben Ihre Hunde gewonnen?

Stimmt, wir freuen uns es sehr, dass mittlerweile einige Preise zusammengekommen sind. Auf Ausstellungen haben wir gewonnen:

2 x World Winner
2 x Vice World Winner
2 x European Champion
2 x European Youth Champion
Deutscher Champion
Niederländischer Champion
Dänischer Champion
Luxemburgischer Champion
Ungarischer Champion
Kroatischer Champion
Slowenischer Champion
Tschechischer Champion.

Zudem haben wir diverse Podiumsplatzierungen im Canicross
belegen können.

Welchen Hundesport betreiben Sie?

Ich mache alles mögliche mit meinen Hunden. Da steckt viel Abwechslung drin. Canicross, Distanztraining, Longiertraining, Agility Parcours als Freizeit, Apportier ABC.

Was wir wann genau machen, ist immer unterschiedlich. Es kommt auch oft darauf an, wozu Frauchen und Hunde gerade Lust haben. Je nach Neigung und Talent des jeweiligen Hundes, machen wir immer bestimmte Aktivitäten.

Was beachten Sie bei der Ernährung Ihrer Hunde?

Die Ernährung sollte ausgewogen, abwechslungsreich und gesund sein. Essen ist nicht nur Sättigung, sondern kann auch zu Kauspaß oder Belohnung eingesetzt werden. Die regelmäßige Ernährung ist bei uns sehr gesund, wobei ich auch denke, dass ein ungesundes Leckerchen als Ausnahme keine Katastrophe darstellt.

Nicht alle bekommen immer das gleiche Futter. Entsprechend Alter und Beanspruchung gibt es ein entsprechendes Futter. Wir passen die Portionen immer an die Aktivitäten an. Bei sehr viel Bewegung gibt auch mal eine Extraportion Frisches.

In einer Aktiv-Phase gibt es was mehr und in einer Faulenz-Phase gibt es etwas weniger.

Und der Ernährung der Welpen: worauf achten Sie da besonders?

Die Welpen werden nicht so abwechslungsreich ernährt. Bei der Entwöhnung gehen wir immer gleich vor: zugfüttert wird am Anfang mit Ziegenmilch. Als erste feste Nahrung bekommen sie dann Tartar für ein paar Tage. Ab dann gibt es immer ein bestimmtes Trockenfutter (natura diet Puppy Junior Large Breed). Das weichen wir ein. Bei Abgabe der Welpen fressen sie uneingeschränkt Trockenfutter.

Zudem bekommen sie auch zwischendurch etwas Weiches zu kauen, damit sie das kennenlernen. Dazu eignen sich zum Beispiel Kälberblasen ganz gut.

Sie arbeiten in einer eine Hundeschule und trainieren sehr viele Hunde. Warum sollten Hunde in einer Hundeschule gut ausgebildet werden?

Das finde ich sehr wichtig! Heute erwarten wir alle sehr viel von Hunden. Unsere Lebensumstände stellen hohe Anforderungen an die Hunde. Wir Menschen möchten unproblematische Hunde, die in verschiedenen Situationen gut reagieren: Auto fahren, Straßenverkehr, alleine bleiben, Umgang mit Kindern. Oder wenn wir beim Spazierengehen auf 30 andere Hunde treffen.

Es ist sehr wichtig, dass die Hunde ganz früh gute Erfahrungen machen. Viele denken, dass man mit Bauchgefühl auch ganz gut den Hund so nebenbei erziehen kann. Das ist leider nicht immer richtig.

Welchen Tipp geben Sie Menschen, bei denen gerade ein ganz junger Welpe eingezogen ist?

Das ist eine schwierige Frage, die ich pauschal nicht einfach so beantworten kann. Ich versuche es einfach so:

Welpen bedeuten viel Verantwortung und auch viel Arbeit. Sie machen nicht immer nur Spaß und sind süß anzuschauen. Sie müssen erzogen werden.

Das, was wir oft süß finden, ist Verhalten, dass der Mensch früh lenken, also erziehen sollte.

Es ist am Anfang viel Arbeit, aber es lohnt sich später. Dann bekommt man nämlich einen entspannten und alltagstauglichen Hund.

Genauso wie mit der Ernährung: gesunde Ernährung am Anfang ergibt eine gute Grundlage für einen gesunden Hund später!

Liebe Frau Scheve, vielen Dank für das freundliche und interessante Interview!


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